Brustrekonstruktion - Wiederherstellung der Brust nach Krebsbehandlungen, Tumoren und Unfällen

 

Vor allem nach Krebsbehandlungen oder Unfällen sind Brustrekonstruktionen notwendig. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 50.000 Frauen an Brustkrebs. In 30% bis 40 % der an Brustkrebs neuerkrankten Frauen muss die Brustdrüse entfernt werden.

 

Das bedeutet aber nicht zwingend, dass auch der Hautmantel der Brust entfernt werden muss. Moderne Techniken ermöglichen eine Entfernung des erkrankten Gewebes unter Einhalten der onkologischen Sicherheit und Erhalt der ortsständigen Haut im Brustbereich. Eine natürliche Rekonstruktion der Brust erfolgt durch Einbringen von Eigengewebe unter die erhaltene Brusthaut.


Für den Wiederaufbau der Brust mit Eigengewebe stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Wichtig ist, bereits vor einer Krebsoperation zu entscheiden, welche Methode gewünscht wird. Muss anschließend noch eine Chemotherapie durchgeführt werden, sollte mit der Rekonstruktion der Brust gewartet werden. Möglich ist in diesem Fall die zeitlich begrenzte Einlage eines Platzhalters (z. B. Silikonimplantate), um nach abgeschlossener Therapie die Eigengewebsrekonstruktion zu planen.




Kurze Übersicht der Methoden der Brustrekonstruktion:



Silikonimplantate


Eine Brustrekonstruktion kann mittels Einlage von Silikonimplantaten komplett unter 4 Muskeln erfolgen. Die Einlage der Implantate erfolgt entweder mit oder ohne vorherige Hautweichteildehnung durch einen Gewebeexpander. Diese Methode wird bei schlanken Frauen mit kleinen Busen durchgeführt. Jedoch ist mit dieser Technik ein relativ hoher Anteil an Komplikationsmöglichkeiten, wie z. B. Kapselfibrose, verbunden.



Latissimus Dorsi Lappenplastik

Bei der Latissiumus dorsi Technik wird ein Haut-Muskel-Lappen aus dem Rücken mobilisiert und durch die Achselhöhle in den Bereich der Brust verbracht. Diese Technik muss häufig mit einem Silikonimplantat kombiniert werden, wenn der Haut-Muskel-Lappen nicht genügend Volumen zur symmetrischen Brustrekonstruktion bietet.


 

TRAM-Lappenplastik / DIEP-Lappenplastik


Bei der TRAM- und DIEP-Technik dient Gewebe aus dem Unterbauchbereich, bestehend aus Haut und Unterhautfett, als Spender für die Brustrekonstruktion. Im Gegensatz zum TRAM wird beim DIEP Bauchmuskelgewebe nicht in das Transplantat integriert. Heutzutage wird zunehmend die DIEP-Flap-Technik bevorzugt. Bei dieser wird Haut- und Unterhautfettgewebe aus dem Unterbauch entnommen. Die Blutgefäße des Transplantats werden mikrochirurgisch an Blutgefäße im Brustbereich angeschlossen. Damit wird die Durchblutung des Eigengewebes sichergestellt. Aus dem transplantierten Gewebe wird eine natürliche Brustform modelliert.

 

In weiteren Schritten erfolgt die plastische Rekonstruktion von Brustwarze und Warzenhof. Dies erfolgt nach abgeschlossenem Heilungsprozess. Zur Wiederherstellung der Brustwarze wird ein kleeblattförmiges Hautläppchen im Bereich der rekonstruierten Brust mobilisiert und dreidimensional geformt. Für die Warzenhofrekonstruktion wird ein Hautstückchen aus der Leiste, den Schamlippen oder der Oberlidhaut transplantiert. Zur seitengleichen Pigmentierung besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Transplantation Tätowier -Farbe unter das Vollhauttransplantat zu bringen oder später das Transplantat zu tätowieren.


Die Rekonstruktion der Brust mit Eigengewebe ermöglicht ein kosmetisch optimales Ergebnis. Patientinnen wird die Implantation von Silikonprothesen erspart, die nach ca. 10-15 Jahren ausgetauscht werden müssen.

 

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