Die menschliche Hand bietet eine Vielzahl hochentwickelter Funktionen, die uns besondere handwerkliche, künstlerische und emotionale Handlungen ermöglichen. Diese Funktionen können nur durch ein perfektes Zusammenspiel von Strukturen wie Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Nerven und Blutgefäßen gewährleistet werden. Daher zählt die Hand bei uns Menschen zu dem komplexesten Organ.
Handchirurgie beschäftigt sich mit Problemen in der Hand oder oberen Extremität (von der Spitze der Hand zur Schulter) und Indikationsstellung. Die Handchirurgie entwickelte sich aus der Allgemeinchirurgie, Plastischen Chirurgie und Orthopädie.
Die Plastische Chirurgie und die Handchirurgie werden durch die identische OP-Technik verbunden. Das besonders gewebeschonende Vorgehen bei der Operation, der sogenannten atraumatischen OP-Technik ist das verbindende Element beider chirurgischer Disziplinen. Bei der Planung und Durchführung handchirurgischer Operationen kommen stets plastisch-chirurgische OP-Techniken zur Anwendung. Hierzu gehören OP-Techniken wie die Planung besonderer Hautschnitte sowie plastische Lappenplastiken und Transplantation von Gewebe (Hautverpflanzung, Transfer von Muskel, Knochen und Hautweichteile). Mikrochirurgische OP-Techniken sind wie bei der Handchirurgie auch in der Plastischen Chirurgie ein wichtiger operative Technik. Die Mikrochirurgie gewährleistet die Rekonstruktion von feinen Arterien, Venen, Nerven und sogar von Lymphgefäßen. Seit der Ära der Mikrochirurgie ist das Wiederannähen abgetrennter Finger (Replantation) sowie den Fingerersatz durch Zehentransfer.
Der amerikanische Chirurg Sterling Bunnell gehört zu den Pionieren der modernen Handchirurgie. Nach dem 2. Weltkrieg gründet Bunell mehrere Behandlungszentren, in denen Opfer des Weltkrieges handchirurgisch und plastisch-chirurgisch operiert. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich die Handchirurgie zum eigenständigen Fachgebiet. Zum Behandlungsspektrum der Handchirurgie gehört die Hand mit dem gesamten Arm, da die Muskeln und Sehnen, Nerven und Blutgefäße ab dem Halsbereich zur Hand verlaufen.
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