Die rekonstruktive oder wiederherstellende Plastische Chirurgie als zweite Säule der Plastischen Chirurgie befasst sich mit der Wiederherstellung der Körperoberfläche nach Tumoroperationen oder Unfällen, aber auch mit der Schaffung normaler Form und Funktion bei angeborenen Fehlbildungen. Bei diesen unterschiedlichsten Indikationen ist eine große Methodenvielfalt notwendig.
Mikrochirurgische Techniken zur Verpflanzung großer Hautareale unter Einschluss von Fettgewebe, Muskeln und Knochen haben wesentlich erweiterte Möglichkeiten zur Wiederherstellung eröffnet. So können heute gelähmte Gesichtsmuskeln ersetzt und große Knochendefekte überbrückt werden. Moderne plastisch-chirurgische Techniken haben eine größere Radikalität in der Tumorchirurgie und damit die Aussicht auf Heilung in vielen Fällen erst ermöglicht.
Grundprinzipien der wiederherstellenden ( sog. rekonstruktiven) plastischen Chirurgie ist die Versetzung von gesundem körpereigenem Gewebe aus einer Körperregion in einen bestimmten Verlust oder Defekt am Gewebe einer anderen Körperregion. Um eine Gewebeverpflanzung durchführen zu können ist die absolute Voraussetzung die genaue Kenntnis von der Anatomie des Menschen, Durchblutung und Gefäßarchitektur des menschlichen Körpers sowie die Kenntnis der verschiedenen Gewebequalitäten am gesamten menschlichen Körper. Genau das gleiche gilt für den Verlust an Funktion und Körperform an der Gewebe-Entnahmestelle, auch Hebedefekt genannt. Die Wahl der jeweiligen plastischen Rekonstruktionsmethode und die Auswahl des verwendeten Gewebes bestimmen über die fachliche Kompetenz und Erfahrung des Plastischen Chirurgen, somit des Operateurs.
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